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Der Tod und die Liebe

Der Tod wird in der klassischen Medizin als unumkehrbares Erlöschen der körperlichen und der aktiven geistigen Existenz eines Lebewesens beschrieben. Die Naturwissenschaft versucht auf verschiedenen Wegen dem Rätsel des Todes näher zu kommen. Um in der wissenschaftlichen Forschung neue Erkenntnisse zu gewinnen, war schon häufig die Erfindung neuer Methoden die wichtigste Voraussetzung zum Erfassen, Messen oder Beobachten. In der physikalischen Untersuchung des Todes spielt ein neu entwickeltes Hochleistungsmikroskop die Rolle eines Miniaturplattenspielers, mit dem man u.a. biologische Zellen und einzelne DNA Moleküle abbilden kann.  Eine kürzlich von Biophysikern erarbeitete Methode basiert auf der mikroskopischen Untersuchung von Zellen auf der Nanometerebene (ein Nanometer ist ein Milliardstel Meter) und erlaubt den Übergang von Leben und Tod von einzelnen Zellen mit wissenschaftlichen Methoden zu untersuchen und sogar hörbar zu machen Indem die Zell-Schwingungen hoch auflösend mit dem Mikroskop gemessen werden, können diese Schwingungen für menschliche Ohren hörbar gemacht werden. Wird nun der Zelle kontinuierlich die Nahrung aus dem  Nährmedium (etwa Zuckermoleküle) entzogen, ändern sich der Zustand der Zelle und deren Schwingungsfrequenz bzw. die Intensität, die Zelle verändert dabei ihren Ton, der ihre ‚Zufriedenheit’ ausdrückt. Entzieht man nun der Zelle die Nahrung komplett, dann stirbt diese innerhalb weniger Minuten, und das Sterben der Zelle wird hörbar - ein „Schreien“ der Zelle. Nach dem Tod der Zelle ist nichts mehr zu hören, und nur vereinzelt tauchen Schwingungen auf, Reste von versteckten Energien der Zelle. So wird der Übergang von Leben und Tod von Biophysikern im Detail untersucht, und sie versuchen dann, Rückschlüsse auf das Sterben des Menschen zu ziehen.
Vor allem religiöse und psychologische Denkansätze kommen zu dem Schluss, dass es ein Weiterleben nach dem Tod gibt. Im Speziellen wird von einer Liebe gesprochen, die durch den Tod nicht einfach verschwindet, von einer Liebe, die uns den Weg zu einer gütigen Ewigkeit, dem Göttlichen, aufzeigt. Verbindet sich naturwissenschaftliches Denken mit psychologischen und religiösen Quellen, ergibt sich der Schluss: Ja, es gibt ein Weiterleben nach dem Tod, es gibt eine Ewigkeit, und wir können sie schon in diesem Leben erfahren. Diese Erfahrungen sind existenzieller Natur – Augenblicke, in denen sich der Mensch plötzlich von einer anderen Kraft getragen fühlt. Diese wird besonders in der größten Angst spürbar, besonders dann, wenn man sich selbst aufgegeben hat.  Plötzlich fühlt dieser Mensch, dass etwas in ihm selbst lebendig ist, an das keine Vernichtung herankommt. Das materielle Leben selbst geht aber zu Ende, so wie wir es an den biologischen Zellen sehen. Was bleibt dann aber nach dem Tod? Um das zu erfahren, müssen wir uns selbst, unsere Mitmenschen und die Natur erkunden. Auf dieser Lebensreise werden wir feststellen, dass es etwas Unzerstörbares gibt, dass die Welt von Liebe getragen ist, der Mensch an sich gut ist und dass diese Liebe nicht einfach verschwindet. Weiterleben im Jenseits erfahren wir, wenn wir schon im diesseitigen Leben demütig, gerecht und wahrhaftig zu sein versuchen, etwa dadurch, dass wir anderen Menschen helfen und uns um Arme und Leidende kümmern. Um das „Jenseits“ zu erfahren, müssen wir uns schon im „Diesseits“ auf den Weg machen: Den Tod gilt es schon im Leben zu überwinden, den Weg dorthin zeigt uns die Liebe. Alles hängt zusammen mit Liebe und geliebt werden.
Wer niemals geliebt wurde, wer niemals Liebe erfahren hat, für den ist es schwer, an einen Gott zu glauben, der Liebe ist. Denn allein in der Liebe wird Gott fühlbar und erfahrbar, allein in der Liebe können Menschen zum Glauben kommen und so den Tod überwinden.

 

Quelle: Aus dem Buch: ‚Der Tod und seine Spuren im Leben’
Autor: Dr. Ferry Kienberger; BoD Verlag 2009.<cite></cite>

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